logo
spiegel

Wen-Sinn Yang

“Technisch auf allerhöchstem Niveau spielt er mit wunderbarem, großem Ton und einwandfreier Intonation. Seine Phrasierungen sind einfühlsam, und er erfasst in außerordentlicher Weise die philosophische Dimension der Werke, die er spielt," äußerte sich kein Geringerer als Lorin Maazel über den Cellisten Wen-Sinn Yang.

Der in Bern geborene Musiker taiwanischer Abstammung studierte bei Claude Starck (Zürich) und bei Wolfgang Boettcher (Berlin), später in Meisterkursen bei Janos Starker und David Geringas. Mit 24 Jahren wurde Yang 1989 als Erster Solocellist im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks engagiert.

Seit dem ersten Preis beim Internationalen Musikwettbewerb in Genf 1991 tritt er in den bedeutenden Konzertsälen Europas und Asiens mit so renommierten Dirigenten wie Lorin Maazel, Sir Colin Davis, Wolfgang Sawallisch, Semyon Bychkov und Yuri Termirkanov auf. Weiterhin ist Wen-Sinn Yang regelmäßig Gast bei internationalen Musikfestivals in St.Moritz, Davos, Dresden und Traunstein wie bei den Weilburger und Ludwigsburger Schlossfestspielen.

Mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Lorin Maazel trat Yang 1996 mehrfach solistisch auf. So spielte er in München und auf der Japantournee den Solopart des “Don Quixote” von R. Strauss sowie anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der “Musica Viva” - Konzerte des Bayerischen Rundfunks das Cellokonzert “Music for Cello and Orchestra” von Lorin Maazel (europäische Erstaufführung). Weitere Aufführungen folgten in den USA (Atlanta, Eröffnungskonzert der “Kulturolympiade”), Italien und Spanien. 1997 wurde Yang mit zwei Uraufführungen betraut: in Taipeh mit dem Cellokonzert von Huang-Long Pan und im Rahmen der Münchner “Musica Viva” - Konzerte des Bayerischen Rundfunks mit einem Cellokonzert von Kevin Volans .

Yangs breites Repertoire ist auf über 20 CD-Einspielungen bei verschiedenen Labels dokumentiert. Darin finden sich Standardwerke wie die Solosuiten von J.S. Bach und Konzerte von Boccherini, Haydn, Schumann, Dvorak und Tschaikovsky. Als Anwalt für wenig bekannte, hoch virtuose Cellomusik nahm Yang die Cellokonzerte von Carl Y. Davidoff und die Capricen für Cello solo von Alfredo Piatti und Heiner Reitz auf. Eine CD mit Solowerken des 20. Jahrhunderts ist bei Arts Music jüngst erschienen.

Als Mitglied im Spiller Trio München und dem Busoni Ensemble widmet er sich intensiv der Kammermusik. Außerdem ist er gern gesehener Partner unter anderen von Ana Chumachenco, Thomas Brandis, Ingolf Turban, Karl-Heinz Steffens und Eduard Brunner. Seit 1998 ist er künstlerischer Leiter der Domleschger Sommerkonzerte in der Schweiz.

Wen-Sinn Yang genießt auch als Pädagoge einen hervorragenden Ruf. Von 1995 bis 1997 unterrichtete er an der Musikhochschule Saarbrücken. Seit September 2002 leitet Yang eine Celloklasse am Richard-Strauss-Konservatorium München.

Ab September 2004 wird Wen-Sinn Yang Professor für Violoncello an der Musikhochschule München.

Fotos: Georg Thum