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Busoni Ensemble
Presse

Busoni-Ensemble in Wetzlar
Stilsicheres sensibles Spiel

Wetzlar. Mit einem anspruchsvollen Programm trat das Busoni-Ensemble am Sonntag auf Einladung der Kulturgemeinschaft in der Stadthalle auf. Die vier Musiker boten ein Zusammenspiel von außergewöhnlicher Sensibilität und souveräner Gestaltungskraft, das einen nachhaltigen Eindruck hinterließ.
Tritt das Busoni-Ensemble in unterschiedlichsten Besetzungen jeweils mit Klavier auf, spielte mit Andrzej Ratusinski (Klavier), Ingolf Turban (Violine), Hermann Voss (Viola) und Wen-Sinn Yang (Violoncello) die Formation des Klavierquartetts in Wetzlar selten zu hörende Werk der romantischen Epoche.
Vor der “schweren Kost” spielten die Musiker Schuberts kurzes zweisätziges Klavierquartett F-Dur, D 487, das mit seinem ruhig atmenden Adagio und dem divertimentohaft-quirligen Rondo an die frühen Klavierkonzerte Mozarts erinnerte. Dank des sensiblen Zusammenspiels der vier Musiker wurde die kompositorische Übung zu einem unterhaltsamen Hörerlebnis.
Regers Kompositionen stellen an Ausführende wie Zuhörer hohe Anforderungen. So auch das Klavierquartett a-Moll, op. 133. Einerseits ist der Bezug zur Tradition bei ihm besonders groß, andererseits atmet das Werk den expressiven Geist der Umbruchzeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Streicher werden “molto expressivo” behandelt, der Klaviersatz ist locker und durchsichtig und die Harmonik des Quartetts von geschmeidiger Flexibilität. Das Ensemble spielte mit schwungvoller Ausdrucksstärke, wo es den Notentext verlangt, kontrastreich mit fahlen Klangvarianten in den schwermutvoll-lyrischen Teilen. Jeder Musiker mit hervorstechenden Eigenschaften: der Geiger mit blühendem Ton, der Bratscher mit engagiert zupackendem Spiel, der Cellist mit schlanker Tongebung und der Pianist mit filigraner Einbettung in den Gesamtklang.
Mit Brahms´ Klavierquartett g-Moll, op. 25, endete der Abend. Auch hier zeigten die Instrumentalisten ihre individuelle gestalterische Qualität und besondere Klangentfaltung und gleichzeitig einen homogenen Verschmelzungsgrad der vier Instrumente. Die sinfonischen Ausmaße des Kopfsatzes rückten durch geballte Klanggestaltung in orchestrale Nähe, das Intermezzo bekam seine feingliedrige Struktur durch hauchzart duftiges Spiel, der langsame Satz hatte die wohldosierte Beseeltheit der Romantik, und der rasante Kehraus des mit ungarischem Kolorit gewürzten Finales wurde mit hinreißendem Feuer und temperamentvoller Leidenschaft musiziert. Den Bogen zum Konzertbeginn schlug die Zugabe: ein Rondo aus Mozarts Quartett KV 478, das die Stilsicherheit der Künstler unterstrich.
Martin Knell, Wetzlarer Neue Zeitung, 16.3.2004

Busoni Ensemble mit romantischen Klavierquartetten

Ingolstadt (DK) So erfrischend klingt Mozart sonst nie. Was für eine Leichtigkeit, was für locker perlende Läufe, was für ein natürlicher Melodienfluss war da zu hören, als das Busoni
Ensemble als Zugabe in seinem Konzert im Ingolstädter Festsaal das “Rondo: Allegro” aus dem Klavierquartett KV 478 spielte. Das war packend und wohltuend.......
Das ausgezeichnet aufgelegte Busoni Ensemble präsentierte hintereinander drei deutsch-österreichische romantische Klavierquartette: ein munteres Gelegenheitswerk von Franz Schubert (das “Adagio e Rondo concertante”), ein Spätwerk von Max Reger und von Johannes Brahms das Quartett mit dem mitreißenden Rondo alla Zingarese.......
.....Das Busoni Ensemble mit Andrzej Ratusinski, Klavier, Ingolf Turban, Violine, Hermann Voss, Viola und Wen-Sinn Yang, Violoncello, überzeugte vor allem durch die Perfektion im Zusammenspiel und den äußerst kalkulierten und maßvollen Einsatz seiner Effekte. Da wirkte nichts überhitzt, übereilt, unreif und unausgegoren.....
Den Höhepunkt des Abends gelang allerdings mit dem letzten Stück, dem Brahms-Quartett op. 25, das stilistisch wie ein Vorbote des Regers klang. Das Busoni Ensemble konnte bei dem symphonisch angelegten Werk zu allen Registern seines Könnens greifen. Trotz seines im Allgemeinen mild-expressiven, immer weich schwingenden Brahms-Stils waren jetzt zum ersten Mal wirklich heftige, donnernde Ausbrüche zu vernehmen. Furios und mit feurigem Temperament gingen die Musiker besonders den zigeunerhaften Finalsatz an.
Hier brillierte besonders Ratusinski durch sein sehr virtuoses und farbiges Klavierspiel: Da ließ er Oktavpassagen wie Posaunen aufbrüllen, Basslinien wie Kontrabässe schnurren und schnelle Figuren im Diskant wie Holzbläser dahinhuschen. Insgesamt gelang dem Quartett eine eruptive musikalische Energieentladung, die das Publikum fesselte: Begeisterter, lang anhaltender Beifall im Ingolstädter Festsaal.
Donau Kurier Ingolstadt, 15. März 2004

“Beglückend musikantisch”
“...Der Geiger, Ingolf Turban, ist zwar in erster Linie etwa bei Paganini zu Hause und brilliert mit den schwierigsten Capricen, der Cellist, Wen-Sinn Yang, ist als Solocellist im Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks und bekannter Solist ebenfalls mit allen Wassern der Virtuosität gewaschen. Aber genauso wie der in München weniger bekannte Bratscher Hermann Voss und der Pianist Andrzej Ratusinski sind sie offenbar begeisterte Kammermusiker.
....Welch ein Glück für ein Publikum, wenn es Kammermusik von Musikern allerersten Ranges hört, die nicht beweisen, sondern wunderbar musizieren. Nach dem Klavierquartett von Mozart* war das Klavierquartett A-Dur op. 23 von A. Dvorak die richtige Musik für Musiker, die sich nichts dabei vergeben, wenn sie sich auch einmal musikantisch zeigen. Diesem Werk begegnet man im Konzertsaal fast nie, wohl weil es für hochgestochene Musiker zu einfach gestrickt ist.
Aber wie beglückend spielte es das Busoni Ensemble!”.....
*(g-Moll, KV 478)
Süddeutsche Zeitung, 25. November 2002

“Ein festlicher Hörgenuss”
Aparter Abend mit dem international besetzten Busoni-Ensemble
....Das international besetzte Busoni-Ensemble eröffnete den aparten Abend mit einem kaum bekannten Stück Gustav Mahlers, von dem in den Konzertsälen in aller Regel lediglich die Symphonien und die Lieder aufgeführt werden.
Wertvolle Entdeckung
Kammermusik erwähnen nicht einmal die biographischen Werkverzeichnisse. Die im Stadttheater gespielte Kostprobe schrieb Gustav Mahler als 16-jähriger Student des Wiener Konservatoriums: lediglich den Kopfsatz eines Klavierquartetts in a-Moll.
.... Für den herzlichen Applaus ihres Publikums bedankten sich die “Busonis” prompt mit einer gelungene Mozart-Zugabe.”
Fürther Nachrichten, 29. April 2002

“Dezent und zupackend zugleich”
Flensburg
“...Pianist Andrzej Ratusinski nahm sich im Interesse der Sache deutlich zurück, scheute sich nicht, vom linken Pedal Gebrauch zu machen, so dass sich sein delikater Anschlag perfekt mit den sehr behutsam, fast vibratolos aufspielenden Streicherkollegen ergänzte. Dieser Mozart klang dezent und introvertiert....
Im Schumanns Klavierquartett Es-Dur, op. 47 war eine ganz andere Seite dieses Ensembles zu erleben: noble Tongebung insgesamt, fein musizierte solistische Themeneinsätze, klug abgestimmte Dynamik und ausbalancierte Eruptionen. Konnten die Musiker im Scherzo mit einer technisch brillanten Exposition überzeugen, so berührten im Andante cantabile die behutsam herausgearbeiteten Solopassagen aller Stimmen. Kräftig akzentuiert das Finale in Rondo-Form, dessen technisch schwierigen Passagen nebst dem mehrstimmigen Fugato schwungvoll musiziert wurden.
Das abschließende Dvorak Quartett Nr. 1, op. 23, D-Dur verlangt Zugriff, Herz und Emphase, zupackendes Musikantentum neben blindem Verstehen bei den zahlreichen Verzögerungen und Synkopierungen.
....Das konzentriert lauschende, gut besetzte Auditorium wusste diesen Interpretationsansatz sehr wohl zu goutieren und erzwang mit langanhaltendem Beifall als Zugabe den Finalsatz aus Mozarts Klavierquartett E-Dur KV 493.”
Flensburger Tageblatt, 12. November 2001

“Vorwiegend ausgewogen”
Das Busoni Quartett in der Glocke
....das Hören auf kleinste Motivbeziehungen, das Gespür für rhythmische Verschiebungen, das sichere Begehen des polyphonen rhythmischen Gestrüpps und das alles ohne in einen allzu geläufigen kammermusikalischen “Konversationston” zu verfallen. Verbunden mit einer inneren Gleichgestimmtheit wurde eine überzeugende Brahmsinterpretation geliefert.
Nach rauschendem Beifall im kleinen Saal der Glocke konnte das Busoni-Ensemble mit dem Final-Satz aus dem 1. Klavierquartett in g-Moll, op. 25 , von Johannes Brahms als Zugabe ein weiteres Mal begeistern.
Bremen, 21. April 2001

Pause vom Quartett-Allerlei
Das Busoni-Ensemble gastierte in der Kleinen Musikhalle
Hamburg - “Die Hamburger Freunde der Kammermusik haben sich vorrangig die Pflege der Streichquartett-Literatur auf die Fahne geschrieben. Doch mitunter bringen auch andere Formationen Abwechslung in das auf Dauer eintönige Quartett-Allerlei. Jetzt gastierte das Busoni-Ensemble im Kleinen Saal der Musikhalle - drei Streicher, ein Klavierpartner. Auf dem Programm von Ingolf Turban (Violine), Hermann Voss (Bratsche) und Wen-Sinn Yang (Cello) sowie des Pianisten Andrzej Ratusinski standen gleich drei Glanzstücke des Kammermusik-Repertoires: Mozarts Klavierquartett KV 493, das 2. Klavierquartett von Brahms und das einzige erhaltene Kammermusikwerk von Gustav Mahler, der nachgelassene a-Moll Quartettsatz, den er im Alter von 16 Jahren komponierte...
Das Busoni-Ensemble setzte mit deutlichen Tempo-Modifikationen und dynamischen Abstufungen ganz auf Kontraste und eine packende Unmittelbarkeit des Ausdrucks....
....,in diesem ungewöhnlich leidenschaftlichem Werk, das Brahms‘ unerfüllte Liebe zu Clara Schumann widerspiegelt, überzeugten die Musiker durch ihr unverstellt expressives Musizieren...”
Hamburger Abendblatt, 9. April 2001

Musiker genießen nicht umsonst weltweit exzellenten Ruf
Begeisterte Bravo-Rufe belohnten Künstler des Busoni Ensemble am Ende des Konzertabends im Schloss Raesfeld
“Mit einem furiosen Kammerkonzert setzte der Kulturkreis Schloss Raesfeld einen glanzvollen Auftakt des Jahres 1999. Es erklang Musik aus den Höhepunkten europäischer Musikkultur der Vergangenheit, Mozart und Brahms, sowie aus der Gegenwart von Krzysztof Penderecki, die sicherlich in das neue Millennium hineinwirken wird.
Für diese weitdimensionierten musikalischen Ereignisse stand das Busoni Ensemble mit seinem exzellenten weltweiten Ruf zur Verfügung.
Mozarts Klavierkonzert Es-Dur KV 493, lässt das Herz der Musikfreunde höher schlagen, gehört es doch zu den eher verinnerlichten, höchst lebensbejahenden Werken dieses nie ganz zu ergründenden Komponisten.
Das Busoni Ensemble entschlüsselte in seiner Wiedergabe von Anfang an die interpretatorischen Feinheiten geradezu kongenial. Der Pianist Andrzej Ratusinski absolvierte dabei in seinen perlenden Läufen die Virtuosität eines Klavierkonzertes, während die Streicher Ingolf Turban – Violine, Hermann Voss – Viola, Wen-Sinn Yang – Cello – mit musikantischer Sensibilität kompositorische Feinheiten “wie aus dem Hut” zauberten. Zarte Filigrane bestimmten den langsamen Satz, um unbeschwert heiter den Schluss des Werkes in lichte Weiten zu versetzen. Atemloses Zuhören!
....Nur mit außergewöhnlicher spielerischer Intelligenz lässt sich ein solch aufwendiges Werk* überzeugend verwirklichen. Und das ist ihnen beispielhaft gelungen.
Nach stürmischem Beifall, verstärkt von begeisterten “Bravo-Rufen”, entließen die Künstler das Publikum mit “Mozart” in den regnerischen Abend.”
(*Brahms Klavierquartett A-Dur op. 26)
Ruhr-Nachrichten, 19. Januar 1999

Klangästhetik pur bei einer Matinee des Busoni-Ensembles!
“Das weltberühmte Ensemble präsentierte sich in neuer Formation: Neuer Geiger des Klavierquartetts ist Ingolf Turban. Man spürt bei Ingolf Turban die Tiefe der Empfindungen. Virtuosität ja, aber untergeordnet. Bei Dvorak Klavierquartett Es-Dur demonstrierte das Busoni Ensemble nachhaltig seine Geschlossenheit, Kammermusik auf höchstem Niveau.
......fanden die ideale Klangfarbe für Dvoraks national-romantische Tonsprache, melodienselig, kraftvoll, folkloristisch, frisch und gefühlsbetont.”
Garmischer Tagesblatt, 3. Juli 1996

“Das neugegründete Busoni Ensemble legte den Beweis für den elitären Anspruch des Genres vor. Kontraste gegenüberzustellen oder zur Synthese zu bringen, sodass es keine Sekunde verkrampft intellektuell oder gar sensationslüstern wirkt, ist kennzeichnend für das Busoni Ensemble..... Ratusinskis Anschlagskultur kam dem Streichercantabile entgegen. Brahms´
c-Moll Quartett op. 60 mit diesen vier Appassionato-Temperamenten glich einer Offenbarung.”
Stuttgarter Nachrichten, 27. Januar 1996

“Samtene Töne in allen Farbschattierungen: Was für ein Debüt!... Brahms verborgene Seelentöne vom Busoni Ensemble zum Leben erweckt – das bedeutet fiebrige Dramatik mit feinabgetönten Nuancen, traumhaft schöne Übergänge, tiefste Empfindungen, Zartheit, Ernst. Und nicht genug. Bei Dvorak selten zuhörendem Es-Dur Klavierquartett op. 87 kamen noch andere Facetten hinzu: aggressive (1. Satz), maliziös-tänzerische (Ende 2. Satz), witzige, kecke. Hier ein bisschen Walzer-Schmalz, da ein bisschen slawische Melancholie und gleich darauf die graziösesten Triller, die man je im Scharff-Haus von einem Pianisten gehört hat (3. Satz). Der Finalsatz: ein einziges, funkelndes Feuerwerk. Kein Wunder, dass das Publikum lange jubelte.”
Ulmer Zeitung, 23. Januar 1996