
Andrzej
Ratusinski (Klavier)Das im Juni 1994 gegründete BUSONI ENSEMBLE, inspiriert von der genialen Vielseitigkeit des Pianisten, Komponisten und Pädagogen Ferruccio Busoni, ist fasziniert von der zwar im Volumen kleineren, in seiner Vollendung dafür aber um so großartigeren Kammermusik für drei Streichinstrumente und Klavier.
Das grenzüberschreitende Wirken des weitgereisten, in Deutschland aber lange verwurzelten Italieners spiegelt sich auch in dem internationalen Vierklang der aus verschiedenen Himmelsrichtungen kommenden Künstler: Deutschland, Schweiz und Polen.
Im Vordergrund der Programme stehen die Werke für Klavierquartett. Mit dem Begriff Ensemble aber wollen die Musiker Wege auch zu anderen Konstellationen mit dem Klavier als Zentrum öffnen und damit den Boden für künftige zyklische Aufführungen musikalischer Werke vom Klavier-Duo über Trio bis hinaus über das Klavierquartett schaffen!
ANDRZEJ RATUSINSKI
Andrzej Ratusinski, geboren in Polen, studierte an der Chopin-Musikakademie
in Warschau bei der bekannten Pianistin Prof. Margerita Trombini-Kazuro.
Seine internationale Karriere begann nachdem er 1973 den Internationalen
Busoni-Klavierwettbewerb in Bolzano gewonnen hat. 1974 wurde ihm
beim V. Internationalen Tschaikowsky Wettbewerb in Moskau das Ehrendiplom
zuerkannt.
Sein sensationelles Debüt mit dem Berliner Philharmonischen
Orchester unter Wolfgang Sawallisch in den Jubiläumskonzerten
des Orchesters im Oktober 1982 hat ihm die größten Konzertsäle
Europas geöffnet – u.a. Concertgebouw Amsterdam, Wiener
Konzerthaus, Festspielhaus Salzburg, Philharmonie Berlin, Hamburger
Musikhalle, Alte Oper Frankfurt, Scala Milano.
Seither hat Ratusinski mehrmals bei dem Berliner Philharmonischen Orchester gastiert, gab zahlreiche Recitals und konzertierte mit über 50 Orchestern weltweit - u.a. mit den Wiener Symphonikern, dem Mozarteum Orchester Salzburg, dem Orchestre de la Suisse Romande, der Tonhalle Zürich, dem Sydney und Melbourne Symphony Orchestra etc. unter Dirigenten wie Moshe Atzmon, Herbert Blomstedt, Sir Charles Groves, Witold Rowicki, Nello Santi, Wolfgang Sawallisch und vielen anderen. 1997 hat er eine erfolgreiche Südamerika Tournee durchgeführt und hat dort in den größten Musikzentren wie Buenos Aires, Sao Paulo und Rio de Janeiro gastiert.
Er hat an wichtigen europäischen Musikfestspielen teilgenommen u.a. Berliner Festwochen, Bregenzer Festspiele, Flandern-Festival, Schleswig-Holstein Musik Festival, Pablo Casals Festival in Puerto Rico etc.
Ratusinski lebt seit 1982 in Deutschland und übernahm 1990 eine Professur an der Staatlichen Hochschule für Musik in Stuttgart.
INGOLF TURBAN
Der Münchner Geiger Ingolf Turban wuchs in einer musikliebenden Arztfamilie auf und machte früh mit seinem Talent auf sich aufmerksam: Zunächst – neben dem Besuch des Gymnasiums – als erst 12-jähriger Studierender an der Münchner Musikhochschule in der renommierten Klasse von Professor Gerhart Hetzel. Dann als 21-jähriger Konzertmeister der Münchner Philharmoniker. Als dort sogleich Sergiu Celibidache für Ingolf Turbans vielbeachtetes Solodebut sorgte, war dies der Anfang einer internationalen Solokarriere. So riet ihm sogar der Maestro selbst, das Orchester zu verlassen, um sich ganz auf die Sololaufbahn zu konzentrieren. Dies geschah 1988, und entsprechend erfolgreiche Debuts an der Mailänder Scala und im Kennedy Center in Washington, beide im Jahr 1991, führten den inzwischen als “german genius” (Washington Times) Gepriesenen zur Zusammenarbeit mit rund sechzig Orchestern unter den berühmtesten Dirigenten.
Es entstand eine bisher beispiellose Diskographie: über 25 CD-Aufnahmen, viele davon Ersteinspielungen, die laut Fachpresse völlig neue Maßstäbe gesetzt haben. 1995 übernahm Ingolf Turban eine Professur an der Stuttgarter Musikhochschule.
HERMANN VOSS
Hermann Voss geboren in Brünen am Niederrhein, Violinstudium am Robert Schumann Konservatorium in Düsseldorf bei Franz Josef Maier und an der Musikhochschule Freiburg bei Sandor Végh. Dort anschließende Violastudien bei Ulrich Koch. Teilnehmer der Sommerkurse Pablo Casals 1959 und 1960 in Zermatt, Schweiz.
1. Preis im deutschen Hochschulwettbewerb 1959 in Stuttgart und Preisträger im Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München 1962. Von 1960 bis 1967 Solobratschist des Stuttgarter Kammerorchesters unter Karl Münchinger mit zahlreichen solistischen Auftritten.
Seit seiner Gründung 1965 Bratschist des Melos Quartetts.
Mit dem Melos Quartett verbunden 30-jährige Kammermusiktätigkeit
auf den wichtigsten Konzertpodien und Festspielen der fünf
Kontinente und Einspielung des nahezu vollständigen Streichquartett-
und Quintettrepertoires bei Intercord, DGG, Harmonia Mundi etc.,
viele davon mit internationalen Preisen ausgezeichnet.
Im Laufe dieser Jahre wichtige musikalische Begegnungen mit einzigartigen
Künstlern wie Ax, Fischer-Dieskau, Rose, Rostropovitsch, Rubinstein,
Solti. Darüber hinaus solistische Auftritte als Interpret auf
Viola und Viola d´amore. Zwischen all diesen Aufgaben private
und öffentliche Vorstellungen mit selbstgeschaffenen Figuren
(Marionetten), Masken und Instrumenten in eigenen musikalischen
Miniaturen und Pantomimen.
Dozent für Streichquartettspiel und Professor für Viola und Kammermusik an der Staatlichen Hochschule für Musik in Stuttgart. Dozententätigkeit bei Musikfestivals mit Meisterkursen in Ratzenburg und Oberstdorf und bei internationalen Meisterkursen in London, Sydney, Tokio und der Akademie für Streichquartettinterpretation der “Fondation Hindemith” in Blonay am Genfer See.
WENN-SINN YANG
“Technisch auf allerhöchstem Niveau spielt er mit wunderbarem, großen Ton und einwandfreier Intonation. Seine Phrasierungen sind einfühlsam, und er erfasst in außerordentlicher Weise die philosophische Dimension der Werke, die er spielt” äußerte sich kein Geringerer als Lorin Maazel über Wen-Sinn Yang.
Der in Bern geborene Musiker taiwanesischer Abstammung studierte bei Claude Starck (Zürich) und bei Wolfgang Boettcher (Berlin), später in Meisterkursen bei Janos Starker und David Geringas. Mit 24 Jahren wurde er 1989 als Erster Solocellist beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks engagiert, mit dem er seither vielfach solistisch aufgetreten ist.
Seit dem Gewinn des Ersten Preises beim Internationalen Musikwettbewerb
in Genf 1991 ist
Wen-Sinn Yang darüber hinaus ein gern gesehener Gast auf den
bedeutenden Konzertpodien Europas und Asiens sowie bei internationalen
Musikfestivals. Dabei arbeitet der Künstler mit Dirigenten
wie Lorin Maazel, Sir Colin Davis, Wolfgang Sawallisch, Semyon Bychkov
und Yuri Temirkanov zusammen.
Sein äußerst breit gefächertes Repertoire, das Standardwerke wie die Konzerte von Boccherini, Haydn, Schumann und Dvorak ebenso umfasst wie unbekanntere Kompositionen etwa von Carl Davidoff oder Alfredo Piatti, ist auf über 20 CD-Einspielungen dokumentiert. Wen-Sinn Yang widmet sich intensiv der Kammermusik und genießt auch als Pädagoge einen hervorragenden Ruf.