
Mozart,
Haydn und Strauss beim 6. Symphoniekonzert im Congress
“Ein Wunschkonzert, dass keinen Wunsch offen ließ”
...Doch da gehörte die ganze Aufmerksamkeit ohnedies einem
fabelhaften Hornisten, dem 1976 geborenen Tschechen Radek Baborak.
Der mit den begehrtesten internationalen Preisen überhäufte
Künstler verfügt über musikalische Fähigkeiten,
die man getrost in die Kategorie phänomenal einstufen darf.
Seidenweich, elegant, mit himmlischer Leichtigkeit überschreitet
er schwierigste technische Hindernisse, als möchte er sagen:
“Also wirklich, so schwer war das aber nicht!” Seine
Tonqualität ist unvergleichlich. Selbst das leiseste Piano
weiß er mit Qualitäten auszustatten, die den Ton über
das Orchester stellen und der auch die Hörerschaft in den hintersten
Reihen erreicht. Das war Strauss in seiner lyrischen Innerlichkeit
und brillanten Klanglichkeit pur.”
Tiroler Tageszeitung, 15./16. März 2003
“Tiefsinnig, romantisch und sehr, sehr schön”
Museumsserenade mit Trio um Radek Baborak
Regensburg. “Eines Morgens”, so Johannes Brahms an seinen
Freund Albert Dietrich, “ging ich spazieren, und wie ich an
diese Stelle kam, brach die Sonne hervor und sofort fiel mir das
Thema ein, auf waldigen Höhen zwischen Tannen”. Die Rede
ist vom Horntrio op. 40, im Baden-Badener Sommer 1865 entstanden....
Reizvolle Atmosphäre
Brahms verlangte ursprünglich ein ventilloses Waldhorn. Anzeichen
dafür, dass es ihm hier weniger um instrumentale Virtuosität
ging, sondern um Klangreize, Farben, Atmosphäre. Radek Baborak,
derzeit Solohornist bei den Berliner Philharmonikern, wurde diesen
Anforderungen in jener Hinsicht gerecht. Sei es im verhalten wiegendem
Kopfsatz, im lebhaft bewegten Scherzo mit seinem ruhig fließenden
Trio, im melancholischen langsamen Satz oder im jagdlichen Finale,
nie drängte er sich in den Vordergrund. Mit flüssig-geschmeidigen
Ton, jeglicher piano-Abschattung mächtig, zauberte er delikate
Serenadenstimmung....
Mittelbayerische Zeitung, 30. Juni 2002
“Viel Behagen”
Italienische Nacht im Wernecker Schlosspark
...” Manch einem kam wohl ein staunendes “Aha”
in den Sinn: So kann ein Horn tönen! Nicht nur zur Jagd kann
es pusten, nein, auch richtig schöne Töne hervorbringen.
Es kann schlank und farbig klingen, flink und agil Sechzehntel und
Verzierungen gestalten und artikulieren. Radek Baborak wusste selbst
tiefsitzende Blaskapellen-Traumata mit seinem warm blühenden
Ton und sauberer Intonation wegzuwischen; insbesondere mit den zwei
kurzen Sonaten für Horn und Streicher von Cherubini steigerte
er sich zur Präzision und makellosen Linien. Begeisterung und
Bravos folgten...”
Schweinfurter Tagblatt, 22. Juli 2002
“Radek Baborak, cor subtil”
“Il a un nom de héros de BD et se consacre à
un instrument difficile: Radek Baborak, né en 1976 en République
tchèque, s‘est révélé un corniste
d‘exception mercredi au Victoria Hall de Genève, dans
le Concerto pour cor No 1 de Richard Strauss. Le père du
compositeur, cornist pourtant averti et dédicataire de l‘
oevre, ne la jouera jamais et pour cause: la pièce fourmille
de difficultés techniques. Baborak les traverse d‘
un son du miel, et atteint des pianissimos qu‘on pensait interdits
à son insttrument. Dans un deuxième mouvement plus
beethovénien, il déploie sa clarté lignée
et chaleureuse, ave unefacilité déconcertante. Le
public genevois ne s’y est d’ailleurs pas trompé
en lui réservant une ovation méritée....”
Le Temps, Genf, 8. Februar 2002
“Dieser Künstler ist ein Phänomen”
Radek Baboraks Wunderhorn und die Bamberger Symphoniker beim Würzburger
Mozartfest
“..Dieser Künstler ist ein Phänomen: Einerseits
spielt er wie im Rausch, andererseits wirkt er höchst abgeklärt
und nüchtern. Kein Dopingverdacht also, sieht man einmal von
einer Prise Adrenalin ab, die Baborak so punktgenau zu produzieren
scheint, dass er auf der Bühne stets ab der ersten Note in
jener bestechenden Form ist, die seinen Namen seit dem ARD-Preis-Gewinn
zu einem Synonym für höchste Horngnaden hat werden lassen.
..Noblesse einer gelassenen Perfektion
“Understatement” schien unüberhörbar die Devise
zu lauten, Brio wie Brillanz verschmäht zu werden. Selbst beim
Hörnerruf des gemächlich genommenen Schlussrondos dominierten
Noblesse und Distinktion statt musikantische Sanguinik.
Es mag sein, dass die durch keinerlei Schwachpunkte relativierte,
gelassene Perfektion Radek Baboraks diesen Eindruck verstärkt
– wo nichts daneben geht, wirkt alles noch um eine Spur edler.
Im größer besetzten KV 447 bestätigten dunkle Tongebung
und unaufgeregte Tempi, dass es dem Hornvirtuosen nicht um Bravourbeweise
zu tun ist, sondern um musikalischen Ausdruck und Ensembleharmonie....
An diesem Abend zur Halbzeit des Würzburger Mozartfestes gab
es zwar auch Symphonisches zu hören......, aber die weite Anfahrt
wurde vor allem durch die beeindruckende, wie wohl unspektakuläre
Darbietung des Ausnahmehornisten Radek Baborak gerechtfertigt”.
Fränkischer Tag, 12. Juni 2001
“Nicht ins selbe Horn geblasen”
James Levine und die Münchner Philharmoniker mit Strauss, Sessions,
Webern und Beethoven
“Ein Trend, der hoffentlich nicht anhält: Dass sich die
besten Orchestermusiker von den ersten Pulten verabschieden und
ihr Glück als freischaffende Solisten versuchen. Radek Baborak
gehört zu ihnen, vier Jahre lang war er Solohornist der Münchner
Philharmoniker, nun schaute er wieder mal vorbei in der Philharmonie
mit dem frühen Es-Dur Konzert von Richard Strauss. Eine glanzvolle
Vorstellung, die nur wenig getrübt wurde durch den etwas scharfen
Strauss-Klang des Orchesters und dadurch, dass die Orchesterhornisten
offenbar so beeindruckt waren, dass sie vor Schreck immer wieder
mal, bis in das letzte Stück des Abends, hinein kieksten...
Süddeutsche Zeitung, 17./18. Februar
2001